Samstag, 12.01.2013

Die Hauptstrecke nach Arba Minch durch das Rift Valley entlang der Seen und soll insbesondere abseits der Hauptstraße zwar schön, aber auch sehr stark befahren sein. Sie ist die einzige logistische Ader zwischen Addis Abeba und Kenia und alles was an Mensch und Ware transportiert werden will, geht über diese Route. „if there are two raods we travel the one that fewer people would“ So entscheiden wir uns, die etwas abseits gelegenere Strecke über Hossaina zu nehmen.

Auf dem Weg in das Lower Omo Valley ist Arba Minch der letzte Ort, in dem es zuverlässig Treibstoff und (unzuverlässig) einen Geldautomaten gibt. Das mit dem Treibstoff klappt problemlos. Die Sache mit dem Geldautomaten ist schon etwas tricky: Die Bank selbst hat geschlossen und nach einem  Stromausfall fühlt sich keiner bemüßigt, das System danach wieder in Gang zu bringen. Aber es wäre nicht Afrika, wenn es nicht immer einen gäbe, der einen kennt, der wieder einen kennt, der helfen kann. Und gegen eine „außerordentliche Zulage“ von 10 Birr (etwa 40Ct.) findet der Wachmann plötzlich und ganz schnell jemanden, der den Geldautomaten wieder zur Arbeit  motiviert.

Die Fahrt zur Crocodile Market, eine der touristischen Attraktionen, ersapren wir uns. 700 Birr oder umgerechnet 30 Euro pro Person erscheinen uns nicht angemssen. Vielleicht das nächste Mal, wir kommen ja nochmal vorbei.

Uns ist ohnehin vielmehr nach einer Erfrischung zu Mute, und Baden mit den Crcodiles … Am Ortsanfang von Arba Minch folgen wir einem schon verwunschen wirkenden Weg der Abzweigung zu  den Hot Springs.

Entweder finden wir die Hot Springs nicht, oder sie nicht wirklich „hot“. Egal, die Erfrischung tut mehr als gut, bevor wir uns auf die letzten 150 km nach Konso machen.

Als wir am späten Nachmittag Konso erreichen durchzieht eine wilde Mischung aus Tröten, Pfeifen Trommeln und Fangesängen die Straßen. Auch in dieser entlegenen Gegend hat König Fußball seinen Siegeszug vollzogen und beim Lokalderby um die Konso-Meisterschaft ist der ganze Ort ist auf den Beinen. Da es natürlich keinerlei Trikots gibt, können wir nur aus dem Spielverlauf erahnen, wer zu welcher Mannschaft gehört.  Äthiopien hat im Gegensatz zu den Leichtathletik Disziplinen noch nicht ganz die Weltspitze erreicht, aber der Sieger-Korso nach dem Spiel muss internationale Vergleiche nicht scheuen. Eine nicht enden wollende Menge feiernder Menschen zieht mit Ihrer Siegermannschaft durch den Ort.

Unser Quartier schlagen wir in der  Strawberry Lodge auf, etwa 1km außerhalb von Konso  Idylisch in den Hügeln gelegen. Wir sind an diesem Abend  die einzigen Gäste und  so gesellt sich der Inhaber zu uns. Er ist eigentlich Ingenieur und hat viele Jahre in Moskau gelebt. Nach seiner Rückkehr gab es für ihn wie für viele andere keine Arbeit mehr. „Das machen heute alles die Chinesen und die Einheimischen sind ohne Arbeit“, erzählt er. Er ist, wie viele andere, über das chinesische Engagement sehr aufgebracht. Das Land wird ausgebeutet, die Verantwortlichen in den Behörden und Gremien werden mit nicht nur für dieses Land riesigen Summen wohlwollend gehalten, und für die einheimische Bevölkerung bleibt nicht viel. Die Chinesen leben in ihrer eigenen, abgeschotteten Welt und bringen vom Essen bis zu den Prostituierten alles aus China mit. Die einheimische Bevölkerung wird  bestenfalls für sehr einfache Arbeiten engagiert. Kein Wissenstransfer, kein Geld – beides Dinge, die diese Gegend eigentlich so dringlich benötigt.