Das Fahrzeug:

Vier Fahrzeuge kamen prinzipiell in Betracht: Der Nissan Petrol, der Mitsubishi Pajero, der Land Rover Defender und der Toyota Land Cruiser. Bei einem Mercedes G verweigerte das Sparschwein sein Placet.

Die Kriterien: Überall auf der Welt reparabel, das für eine solche Reise notwendige Umbauzubehör muss gängig verfügbar sein, das Fahrzeug den Ruf der absoluten Zuverlässigkeit haben und idealerweise auch nach einem Umbau noch über mindestens drei Sitze verfügen. Denn zum einen planen wir, Teile der Strecke auch zu dritt zu fahren, zum anderen sollte immer die Möglichkeit bestehen, mal einen Guide mitzunehmen.

Nach zahlreichen Berichten war das Auto der Träume klar: Entweder ein klassisches Buschtaxi Toyota HZJ 7x oder ein LandCuriser HDJ 80. Und so begann die Suche Anfang des Jahres mal ganz unverbindlich durch stöbern in den gängigen Foren und Portalen.

Die ersten Suchergebnisse führten bei Sichtung der Preise zu einem Nervenzusammenbruch des Sparschweins. Das ist ja völlig gaga… Aufgeben gilt nicht – Sparschwein reanimieren, gut zureden – alles wird gut und es wird sich schon etwas Passendes finden.

Im August sah ich dann einen HDJ 100, BJ 2000, 265.000 km, fast erste Hand und  für einen moderaten Preis bei einem Händler in Linz/Österreich. Nicht 100% das, was ich wollte, denn der Wagen hat bereits relativ viel Elektronik, eine Einzelradaufhängung , und eine Menge Firlefanz wie hydraulisches Fahrwerk  und elektrische Antenne, die man für so eine Tour wirklich nicht braucht. Aber, er ist groooß – (meinten wir zumindest, bis wir ihn dann später beladen haben …),  Getriebe und Co.  schienen absolut in Ordnung und er vor allen Dingen hat er den als unkaputtbar geltenden 4,2 l Turbodiesel. Und er hat im Zweifelsfall mal solide 200 PS, um uns im fertigen Ausbau und ausgerüstet mit geschätzten  knapp 3.500 kg ohne Probleme auch aus dem Dreck ziehen zu können, ohne gleich zu quieken.

Dann ging alles ganz schnell: Ab nach Linz Fahrzeug besichtigt, sicher nicht in einem Top Zustand, aber eben aus (fast) erster Hand zu einem Preis, der Spielraum für den Austausch der wichtigsten Teile ließ. Einige kilo-Euro leichter und stramm 2.500 Kg LC HDJ 100 schwerer ging es zurück. 

Allerdings war der gute Mobby, wie wir in fortan nennen sollten, zwar geeignet, beim Vorfahren an jedem Straßencafe die Wette „wer hat den Dicksten“ zu gewinnen, aber für eine Tour von 30.000km unter Pistenbedingungen – mmh, nicht wirklich.

Gut, den Innenausbau machen wir selbst, aber das Fahrzeug schreit nach einer grundlegenden technischen Überholung (Einspritzdüsen, Turbolader, …) und einigen Umbaumaßnahmen, wie Einbau eines OME Fahrwerks, Zusatztank, Schnorchel, Arbeiten an der Elektrik und Gängigmachung aller Teile, die sich in 12 Jahren untrennbar miteinander verbunden fühlten.

Und bei aller Begeisterung und Unterstützung unseres Jüngsten, da muss professionelle Hilfe her.

Nur, wie finde ich jemanden, der uns das nicht nur zuverlässig und bezahlbar macht, sondern auch die notwendigen Tipps und Tricks kennt, die für eine solche Vorbereitung zwingend sind ? Empfehlungen ? Fehlanzeige – entweder die klassischen großen Namen oder einfach zu weit weg.

Unter der Liste der Aussteller des Buschtaxi-Treffens (buschtaxi.net – sehr empfehlenswert für alle, die mit ihrem Landcruiser nicht nur um die Ecke fahren wollen) fiel mir Frank Schneider auf. Aus Hofheim/Ts. – fast direkt um die Ecke. Erstes Telefonat, wirkte gleich sehr sympathisch und kompetent. Eine kleine, aber feine Kfz Meisterwerkstatt. Seine Kenntnisse und Leidenschaft für die Landcruiser sieht man nicht nur an den zwei traumhaft restaurierten Fahrzeugen, die er für sich selbst gerichtet hat.

„Schade, dass ich so selten ein Fahrzeug für eine solche Reise vorbereiten kann. Wenn Sie mir den Wagen ohne Zeitdruck immer wieder da lassen können, kümmere ich mich selbst darum“.

Mehrfach stand nun unser Mobby zum Anti-Aging und zum Fitness Training für die bevorstehende Tour bei Frank Schneider in der Werkstatt.  Und er hat tolle Arbeit geleistet – vom Fahrwerk bis zum Schnorchel und vom Turbolader bis zum Zusatztank, siehe Fahrzeugvorbereitung – ganz herzlichen Dank an ihn und sein Team!